GM-Styling der späten 50èr Jahre Der Kapitän P 2,5 wurde nur ein Jahr lang gebaut. Bedingt durch seine schwülstige amerikanische Formgebung mit gewagtem Styling und durch die kurze Bauzeit ist er heute mit das gesuchteste Kapitän-Modell der 50´er und 60´er Jahre. Der eigentliche Grund seiner frühen Ablösung ist die Kritik der Kunden und der Presse an folgenden Deitails, die ich voll untermauern kann: 1. Die Sicht nach hinten durch den Rückspiegel ist durch das tief heruntergezogene Dach auf wenige Meter hinter das Fahrzeug eingeschränkt. 2. Die vor allem optisch schmalen hinteren Türen wurden bei diesem herrschaftlichen Wagen kritisiert, hinzu kommt noch die breite C-Säule von Türe und hinterer Dachstrebe, die den hinteren Passagieren einen seitlichen Ausblick verwehrte. 3. Die eigentliche C-Säule ist an der unteren Rundung der Heckscheibe sehr schmal und zu schwach dimensioniert. Es konnten bei schlechten Straßenverhältnissen und starker Dauerbeanspruchung Risse entstehen, die auch bei meinem Fahrzeug deutlich sichtbar waren. Immerhin konnten in den 12
Monaten seiner Produktion von Juni 1958 bis Juni 1959 34842
Einheiten hergestellt werden, und damit lag die Jahresproduktion knapp
auf dem Niveau seiner Vorgänger, aber etwas deutlicher unterhalb seines
erfolgreichen Nachfolgers Kapitän P 2,6. Der P 2,5 war also durchaus
kein Mißerfolg und litt zu unrecht jahrelang wegen des schnellen
Modellwechsels unter einem schlechten Ruf.
Der abgebildete P 2,5 begleitete mich annähernd 25 Jahre zuverlässig, und ohne mich jemals im Stich gelassen zu haben, durch mein Autoleben. Es ist einer meiner liebsten Kapitäne. Nicht nur weil wir ihn früher in der gleichen Farbkombination besaßen, sondern sicher auch weil es mein erster eigener Kapitän war und ich ihn in den vielen Jahren genießen konnte. An anderer Stelle habe ich bereits die ernorme Zugleistung erwähnt, die Last am Haken oft eine halbe Tonne mehr als das Eigengewicht, kreuz und quer durch Deutschland, über die Alpen, und das nicht nur einmal. Dabei half mir der Overdrive mit seinem 5-Gang Charakter. Und im Solobetrieb war es ein entspanntes und relativ wirtschaftliches Fahren, was diesen 6-Zylinder in Verbindung mit dem Overdrive kennzeichnete . Werte von deutlich unter 10 Litern, ja einige Male sogar weniger als 9 Ltr., waren bei verhaltener Fahrweise keine Seltenheit. Eine besonders schöne Tour war eine Fahrt zur "Golden Fifty" nach Kärnten an den Wörther See. Einen coralleroten AU 1000 von 1958 im Schlepptau querten wir die Alpen und lösten einiges Staunen aus. Und bei einer Skandinavientour führte der Weg über Flensburg und damit ins Opel-Paradies 'Matz'. Leider war der Platz im Kofferraum beschränkt, aber zahlreiche Raritäten, teils nicht gelistet, konnte ich aus den Regalen ziehen. Bekannt aus vielen Berichten
im Oldtimer-Markt, der mot, im Start, der Autobild und anderen Magazinen
sowie aus einer Fernsehdokumentation ist dieser bavariablaue P 2,5 heute
eines der Schmuckstücke der Opel-Werkssammlung.
HPOpel06 Version 2 Stand 10.09.2001 |