Im September 1955 erschien der Kapitän `56 . Er basierte in vielen Details auf seinem Vorgänger und übernahm auch dessen Karosserie mit gestraffter Linienführung. Der Kapitän dieser Baureihe war wieder ein sehr erfolgreiches Fahrzeug, es wurden während der Produktionszeit bis Februar 1958 in immerhin 92.555 Exemplare produziert. Im 57´er Modelljahrgang erschien der Kapitän zusätzlich mit "L"-Ausstattung. Erstmalig war der 56´er Kapitän wahlweise auch mit mit Overdrive und ab Werk eingebautem großen Stoffschiebedach lieferbar. burgunderrot/schwarz - 6 -Zyl. - 2,5Ltr. - 75PS - 140km/h - 3-Gang-Lenkradschaltung - Neupreis 1957: "L" DM 10.250,-- - 'Normal' DM 9.350,--
Die hier vorgestellten Fahrzeuge sind beide aus dem Baujahr 1957 und bei beiden handelt es sich um die seltenere "L"-Ausführung mit erstmals serienmäßigen Nebelscheinwerfern. Daneben hatte ich noch 4 normale 56er bzw. 57 er Kapitäne, in schwarz, hellgrau/dunkelgrau, hellblau und beige. Der burgunderrote wurde als einziges Stück dieser umfangreichen Sammlung in fertig restauriertem und sehr gutem Zustand erworben. Bis auf einige Mängel wie ein ausgeschlagener Achsschenkel vorne rechts und einem defekten Hinterachsdifferenzial war dieser 57´er perfekt. Die Mängel wurden natürlich behoben und ich staunte immer wieder über seinen hervorragenden Motor, das angenehme Fahren in ihm und seine (verhältnismässig) enorme Spitzengeschwindigkeit, welche die Tachonadel nach einer vollen Runde fast wieder bei "0" ankommen ließ. Speziell mit dem burgunderroten Kapitän verbinden sich Erinnerungen an zahlreiche schöne Treffen und Urlaubsfahrten nach Tirol, Vorarlberg, Italien und in die Schweiz und das Tessin. Viele Fotos im Familienalbum zeigen ihn, beladen mit Kinderwagen und Nachwuchs, als jahrelangen Begleiter und zeigen anhand der Kinderfotos wie schnell die Jahre vergehen. War der burgunderrote nach Kauf sofort einsatzbereit, so mußte sich die saharagelbe Schweiz-Version einer umfangreichen Verjüngungskur unterziehen. Unter total ausgeblichenem und stumpfen Lack und äußerlich starkem Rostbefall verbarg sich eine äußerst gesunde Substanz mit guter und unverbrauchter Technik. Ich nahm ihn 1996, nachdem er bereits 12 Jahre abgestellt in einer Remise in der Schweiz stand und dann weitere 14 Jahre bei mir, zusammen mit einigen anderen Fahrzeugen mit nach Porugal, um ihn dort sehr preisgünstig zu restaurieren. Nachahmern sei aber gesagt, nur empfehlenswert, solange man dabei ist, dauernd anleitet und die Arbeit spätestens alle paar Tage kontrollieren kann, zumindest ist das meine Erfahrung. Ein schönes Zubehör am 57´er, an das ich mich noch aus meinen Jugendtagen erinnere, ist die verchromte Tigertatze am Auspuff. Die war natürlich Pficht und ziert den gelben 57´er. Während sich der burgunderrote Kapitän nunmehr in der Opel--Werkssammlung befindet, verblieb der saharagelbe Pendant in seiner heimatlichen Garage, um jegweden Kapitän-Entzugserscheinungen zu begegnen. und noch ein 57´er - Besonderheit: Dieser stammt aus der Montage bei GM Biel/Suisse, Farbe saharagelb/alabastergrau - 6 -Zyl. - 2,5Ltr. - 75PS - 140km/h
HPOpel05 Version 2 Stand 28.03.2001 |